Finaaaaaaale..... Ohooooooo.....

Finale für die deutschen Tennis-Damen: Angelique Kerber, Andrea Petkovic, Julia Görges, Anna Lena Grönefeld und Teamchefin Barbara Rittner haben am Osterwochenende in Australien das erste Finale im FedCup seit 1992 erreicht. Dazu meine aktuelle Kolumne hier:

An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit - das gilt definitiv für diesen 20. April 2014 - ohne mit Superlativen zu übertreiben - es ist ein "tennishistorischer" Tag.

Deutschland steht nach 22 Jahren wieder in einem Fed-Cup-Finale - wer hätte das gedacht, als die deutschen Mädels um Angelique Kerber genau vor einem Jahr in Stuttgart gegen Serbien um den Klassenerhalt gekämpft haben.

Dieser Finaleinzug ist aber logisch und konsequent. Barbara Rittner hat über Jahre ein Team geformt, eine richtige Mannschaft aufgestellt und vor allem gefunden. Wer die deutschen Damen vor Ort erlebt, der merkt: Die mögen sich wirklich, das ist eine Einheit, sie sind befreundet ...Friendship!!! Und genau dieser Fakt macht uns so stark.

Petkovic hat es geahnt

Vor Weihnachten hat Andrea Petkovic noch in einem Interview gesagt, dass dieses Team jeden schlagen kann. Damals noch leicht belächelt, muss man fünf Monate später klar sagen: Petko hat Recht. Aber sowas von ...

Sie ist für mich der Schlüssel des Halbfinales gewesen. Ihr großer Sieg, im ersten Match gegen die ehemalige US-Open-Siegerin Samantha Stosur, hat die Tür zum Finale gegen Tschechien ganz weit aufgestoßen. Ausgerechnet Andrea Petkovic, eine Krankenakte, lang wie eine Landschaftsbeschreibung in Karl-May-Büchern. Ausgerechnet Petko, die so lange gelitten und gekämpft hat. Ausgerechnet Petko, die alsTeam-Leader die Girls immer hinter sich versammelt.

Mit ihrem Sieg in Charleston vor zwei Wochen und dem Einzug ins Fed-Cup-Finale ist sie 2014 auf einmal ganz oben. Quasi aus der Reha an die Spitze - für sie freut es mich besonders.

Kerber ist eine wahre Nummer eins

Aber auch Angelique Kerber: Seit zwei Jahren in den Top Ten, Nummer sieben der Welt - zwei so wichtige Siege jetzt in Brisbane - die deutsche Nummer eins hat geliefert. Bemerkenswert, wie sie sich gegen Stosur in die Partie gekämpft hat. Trotz großem Respekt hat sie die Australierin endlich geschlagen - weil sie es kann und genau das weiß.

Bemerkenswert ist, dass es für alle Spielerinnen selbstverständlich war nach Brisbane zu reisen, trotz vollem Turnierkalender, trotz des folgenden Turniers in Stuttgart. Australien dachte sicher, es kommen nicht alle - und hatten so auf einen Vorteil gehofft. Pustekuchen, die Antwort gab es auf dem Platz: 3:0 nach drei Spielen – Bäm!

Jetzt müssen wir Medien den Deutschen erzählen, dass wir zwei deutsche Tennisstars haben. Petko und Kerber liefern konstant gute Ergebnisse, sind keine One-Hit-Wonder. Und wenn eine der beiden jetzt bei den French Open weit kommen würde? Es würde so gut ins Tennis-Märchen 2014 passen. Genau das brauchen wir: Erfolge bei großen Turnieren, dann kommen die Medien, die Einladungen in TV-Shows, die Relevanz in einem Land, was doch mal tennisverrückt war - und irgendwie auch noch ein bisschen ist.

Tennis hat eine Chance

Tennis ist ein schlafender Riese - der April 2014 hat meiner Meinung nach gezeigt, dass was geht. Erst Tobias Kamke und Peter Gojowczyk im Davis Cup, jetzt die Damen. Diese Spieler und Spielerinnen haben kapiert, dass man über die Länderspiele die Menschen erreichen kann - viel mehr als über einzelne Turnier-Auftritte. Als Team die schwarz-rote-goldene Nation hinter sich zu versammeln, das ist noch ein Traum, aber der kann spätestens im November im Fed-Cup-Finale in Tschechien wahr werden.

Und ob sie dann gewinnen oder verlieren - Barbara Rittner hat eine silberne Generation geformt, die es jetzt in der Hand - und am Schläger – hat, zur goldenen zu werden.

 

Mehr Infos zur Rückreise der Damen HIER

Tennis-Ostern - heute Nacht gehts los!!

Das kann und soll also ein historisches Tennis-Wochenende werden - unsere Tennis-Mädels haben es selbst in der Hand (Australien vs. Deutschland: Am Samstag und Sonntag live in SAT.1 Gold und im Livestream auf ran.de und tennis.de). Was spricht also alles dafür, dass Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Co es schaffen?

1. Das Selbstbewusstsein

An Ostersamstag und Ostersonntag bin ich bei SAT.1 Gold und ran.de auf Sendung

An Ostersamstag und Ostersonntag bin ich bei SAT.1 Gold und ran.de auf Sendung

Lange nicht konnte eine deutsche Tennis-Nationalmannschaft mit so breiter Brust ein Fed-Cup-Halbfinale angehen. Kerber steht seit zwei Jahren kontinuierlich in den Top Ten der Weltrangliste, Andrea Petkovic hat gerade das Turnier in Charleston gewonnen und scheint auf dem besten Weg zurück nach oben zu sein. Und auch Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld haben durch Teamgeist, Esprit und viel positive Power im Viertelfinale in Bratislava im Viertelfinale überzeugt. Selbstbewusst zeigen sich die deutschen Damen die ganze Woche in Brisbane - und zu Recht. Dieses Team (es ist eine richtige Mannschaft) kann jede Nation der Welt schlagen. Das wissen die Mädels, das macht sie stark.

2. Die Teamchefin

Barbara Rittner ist ohne jeden Zweifel die Mutter der Erfolges. Schon in meiner letzten Kolumne habe ich deutlich gemacht, dass sie den größten Anteil am Erfolg hat. Seit zehn Jahren ist sie Bundestrainerin, sie motiviert, sie heizt an, sie beruhigt aber auch und fokussiert. Rittner hält den Laden zusammen. Sie fightet auf der Bank mit. Und: Rittner weiß, wie es ist den, Fed Cup zu gewinnen. 1992 war sie gemeinsam mit Steffi Graf und Anke Huber in dem Team, dass in Frankfurt Spanien mit 2:1 besiegen konnte. Das Gefühl des Sieges wird sie dem Team 2014 ganz genau übermittelt haben.

3. Die Geschichte

Barbara Rittner kennt ihre Spielerinnen seit vielen Jahren. Schon als Petko und Co. Jugendliche, fast noch Kinder waren, hat Rittner genau hingeschaut, hat sie gefördert und gefordert. Untereinander kennen sich alle seit Jahren, gefühlt Jahrzehnten. Das schweißt zusammen und fördert die Gemeinschaft. Gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und das große Ziel vor Augen zu haben, da entsteht ein besonderer Spirit. Weißt Du noch? Damals? Heute können wir für Deutschland rocken, so oder ähnlich könnten die Gespräche manchmal aussehen. 

4. Die Gegner

Zugegebenermaßen, die Australierinnen sind stark, sie haben Samantha Stosur und sie spielen zu Hause. Aber das wird gegen Deutschland dieses Mal nicht reichen. Die deutschen Tennis-Damen haben noch eine Rechnung offen, eine Niederlage wäre nach der letzten Pleite gegen Australien für die Mädels selbst nicht akzeptabel. Das spürt man. Und: Stosur und Co. haben gehörigen Druck vor heimischen Publikum. Kerber und Petkovic können selbstbewusst und befreit aufspielen, auch hier sehe ich einen klaren Vorteil für Deutschland.

Kurzum: wir kommen ins Finale, ganz sicher - und das wäre in der Tat historisch. Drücken wir unseren Girls die Daumen - die packen das ... Finaleeeee, ohoooo ... Ach wäre das schön ...

Kolumne: die Zukunft nach dem Davis-Cup

Was für ein emotionales Tennis-Wochenende – und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Umbruch im deutschen Herren-Tennis richtig war und ist. Auch wenn die deutsche Überraschungsmannschaft in Frankreich mit 2:3 verloren hat, die Zukunft muss den jungen Spielern ohne den Namen Haas und Kohlschreiber gehören.

Peter Gojowczyk - wohin führt der Weg des Newcomers?

Peter Gojowczyk - wohin führt der Weg des Newcomers?

Der Freitag in Nancy hat mich restlos begeistert, was Tobias Kamke und Peter Gojowczyk gegen die erfahrenen Top-Spieler Julien Benneteau und Jo-Wilfried Tsonga gezeigt haben, war allererste Sahne – Davis-Cup-Feelig pur – irgendwie war es wie früher. Gojo, der sich den Hintern aufreisst, mit Krämpfen die Nr. 12 der Welt nieder fightet, das war Kampf (mit Krampf) pur. So werden Helden geboren. Wir dürfen jetzt nicht Fehler machen und genau das vergessen. Der 24jährige Münchner hat das Zeug zum Top 30 Spieler, mit 24 ist er zwar erst spät auf dem Weg nach oben, aber er hat gezeigt, dass wir uns seinen Namen merken sollten. Gojo ist ein Mega-Typ, jetzt braucht er Erfolge auf der Tour, der Rest kommt dann von alleine. Die Niederlage im entscheidenen 5. Spiel gegen Gael Monfils? Erwartbar, den Druck, den der Kerl auf deutscher Seite hatte, will keiner haben. Aus der Niederlage wird er lernen. Sein Weg fängt erst an – merkt Euch den Namen Peter Gojowczyk.

Und Kamke? Mit 27 ist er etwas älter, erfahrener und hat selbst angekündigt, noch mal die Top 50 angreifen zu wollen. Das Potential hat er zweifelsohne – und wie er als Nr.1 aufgetreten ist, whow, ohne Allüren, komplett im Dienst der Mannschaft, und mit dem wichtigen 1:0 am Freitag, er wird auch in Zukunft für Carsten Arriens eine echte Alternative sein.Ich glaube beide nehmen einen ordentlichen Push mit aus dem Wochenende in Nancy.Mit Andre Begemann haben wir wieder einen echten Doppelspezialisten an Bord, guter Typ, Motivator des Teams, eine gute Seele hinter den Kulissen und auf dem Platz ein Kämpfer – auch wenn er das Doppel mit Tobias Kamke verloren hat – das war wir da gesehen haben, das macht mir für die Zukunft große Hoffnung.

Tobias Kamke, 27 Jahre alt und hoffentlich erst am Anfang seines Weges nach oben

Tobias Kamke, 27 Jahre alt und hoffentlich erst am Anfang seines Weges nach oben

Es war kein Fehler von Carsten Arriens Philipp Kohlschreiber zu Hause zu lassen, sportlich haben mich die jungen Wilden überzeugt. Der Bundestrainer hat aus meiner Sicht alles richtig gemacht, es war ein Team in Frankreich, keine Zickereien hinter den Kulissen, keine Macht- oder Grabenkämpfe, das Team war und ist der Star. Eine Selbstverständlichkeit? Leider in der Vergangenheit nicht – nun endlich, und das haben Carsten Arriens und Co-Trainer Michael Kohlmann kreiert, Deutschland braucht Typen? Deutschland hat Typen – da sind auch wir Medien nun gefordert, das entsprechend zu unterstützen. Kritisch hätten wir werden müssen, wenn wir 0:5 untergegangen wären, sind wir aber nicht, das deutsche Davis-Cup-Schiff schwimmt – für mich sogar hoffnungsvoll in die Zukunft. Und dann sind da ja auch noch Namen wie Jan-Lennard Struff oder Alexander Zverev.

Auch wenn wir dieses Jahr nur an der Halbfinaltür schnuppern durften – mit der Vorstellung in Frankreich haben die Jungs gezeigt, dass eine Vorschlussrunde nicht so weit ist, wie es vor dem Frankreich-Spiel schien. Einziger Wehrmutstropfen: es geht erst 2015 weiter, irgendwie schade, denn die Jungs in Nancy haben echt Lust auf mehr gemacht.

Davis-Cup-Sensation? Tennis ist ein geiler Sport...

Was war das für ein genialer Tennis-Freitag in Nancy. Im Davis-Cup werden Helden geboren - das war schon immer so.

Unser deutscher Tennis-Held Peter Gojowczyk und der Morgen danach. In unfassbaren 5 Sätzen hat der deutsche Newcomer im Davis Cup den französischen Star Jo-Wilfried Tsonga geschlagen. Trotz Krämpfen und Außenseiter-Status. Am Morgen danach haben wir uns exclusiv zum Gespräch getroffen. Zu sehen ab 13.45 Uhr bei Sat.1 Gold!! Dann geht's um alles. Das deutsche Doppel kann schon heute die Sensation schaffen. 2:0 führen wir gegen Frankreich, schaltet ein und seid dabei - wie gesagt: 13.45 Uhr live bei Sat.1 Gold und ran.de - ich freue mich auf Euch!!

Tobias Kamke im Interview nach der 1:0 Führung für Deutschland

Tobias Kamke im Interview nach der 1:0 Führung für Deutschland

Das Exclusiv-Interview am Morgen danach

Das Exclusiv-Interview am Morgen danach

Herzlichen Gruss aus dem Pressezentrum in Nancy

Herzlichen Gruss aus dem Pressezentrum in Nancy